Suttnerpreis 2007

 
Gedichte - DAS WORT JA.

Gedichtband - Und der Wille zum Frieden von Bastian Schlickeisen

AM MONASTERIO

ich kann sie
sehen und hören
bei mir zu Haus
in Deutschland

ich sah und hörte
sie hinter jener Mauer
im Süden

auch die Glocke am Turm
schwieg, als sie
zum Gebet
rief
 

Gedichtband von Bastian Schlickeisen

Kurzbeschreibung | Introduction

'Das Wort Ja.' Gedichte / Und der Wille zum Frieden

Frieden ist der Traum eines jeden Gedichts dieses Bandes. 'Das Wort Ja' sucht diejenige Akzeptanz zu erschaffen, die den Schreibenden aus dem alten Modus des Krieges 'Aktion Reaktion' auslöst, um ihn einer kampffreien, ganzheitlichen Existenz zu überliefern. Ganzheit bedeutet hier: Wir sind Eine Welt, und: Alles was mir geschieht ist ein sinnvoller Teil von mir, um dessen Verständnis es zu ringen gilt. Kein Geschehen, das mich trifft, ist als 'außer mir' zu betrachten, kann nicht in eine Gegnerschaft zu mir gestellt und gar bekriegt werden: Es gehört mir zu, so schwer diese Einsicht auch wiegen mag. Kämpfe ich jedoch gegen das Mich-Meinende, wächst der Konflikt, die Krankheit, die Un-zu-Friedenheit in mir und mit dem All. Der Paradigmenwechsel greift tief: Der Schreiber dieser Gedichte nimmt sich selbst zum Anlass aller Kriege. Denn noch sind sie in ihm drin, noch ist er Teil des letzten 20. Jahrhunderts, auch der letzten 2000 kriegerischen Jahre. Die Gedichte sind in ihrer Reibekraft noch beeindruckt von dieser nun vergehenden Zeit der Kämpfe. Sie weisen aber auch immer schon voraus in ein Zeitalter des Wortes Ja und des Friedens. Sie wollen mit dem Dichter wachsen, hinüber zu Balance, Ausgleich und Einsicht. Dieses Wachsen ist noch ein Kämpfen und ist ein Kämpfen schon nicht mehr.

Doch ist Kunst nicht immer Ausdruck eines Kampfes? Ist Kunst vorstellbar, die aus dem Frieden (des Künstlers) wächst, nicht aus Schmerz, Trauer, Wut und Einsamkeit? Dem Menschen, der hier schreibt, ist jede Not-Balance in seinem Innern nicht Möglichkeit expressiven Ausdrucks, sondern Aufforderung, sich wieder in seine Mitte zu stellen und sich dem Willen zum Frieden zu nähern. Auf dem Spiel steht das Fortleben der Kunst, wie wir sie bedeuten. Offen ist, wie das heißt, was dann entsteht: Ohne Schmerz, Kampf, Zwang und Druck. Was in Einem Atem im Gange der Welt steht, diesem Formen und Nähern gilt meine erfahrungsmäßige Forschung im Felde dessen, was bislang noch 'Gedicht' heißen muss.

Das Wort Ja.
 

»Ich will keinen Krieg gegen das Hässliche führen. Ich will nicht anklagen ... ich will irgendwann einmal nur noch ein Jasagender sein!« (F. Nietzsche)

Die eingereichten Texte sind ein Auszug aus dem Gedichtband 'Das Wort Ja' mit 72 Gedichten, der aus einem im September 2008 entwickelten Buchprojekt hervor wächst und ab Oktober auf Lesungen und in einer Internetpräsenz greifbar wird.

So beschäftigt sich ein Gedicht mit der Position des Architekten Mies van der Rohe in den 1930er Jahren in Deutschland, mit der typischen deutschen Ambivalenz aus idealem Denken und realem Sein. Andere Gedichte gehen auf die Lebenswege linker politischer Kräfte (Liebknecht, Zetkin, Pieck) zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein und versuchen derer Möglichkeiten und Unmöglichkeiten im Diskurs ihrer Zeit zu explorieren. Jüngere deutsche Geschichte kommt in den Blick und die Frage, wem dieses Schreiben der Geschichte zukommt. Den Siegern, den Verlierern? Auch weiter zurück in der Zeit geht der Schreiber: Im Mittelalter befragt er Heilige wie Johannes vom Kreuz und Teresa von Ávila über die Ur-Gründe ihres Ausdrucksvermögens, Dichtung und andere Schriften zu verfassen. Muss, wer im Frieden steht, Gedichte schaffen? Wer kann mit sich im Frieden stehen auf dieser Welt? Wie sieht ein solcher Friedens-Mensch aus? Ist er ein Mensch noch ...

»Es wird solange Kriege geben, solange es noch einen Menschen gibt, der daran verdient.« (B. Brecht)

Kenn-Nr.: BS-022 | Zur Abstimmung >>

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